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Anhaltende Hitze und ihre möglichen Auswirkungen auf den Körper
06. Oktober 2026

Ein ungewöhnlich heißer Sommer
Dieser Sommer war ungewöhnlich heiß. In Österreich, wo ich derzeit arbeite, waren die hohen Temperaturen in manchen Phasen sogar stärker spürbar als in der Ukraine.
Dabei habe ich begonnen, genauer darauf zu achten, welche Veränderungen bei meinen Patienten während länger anhaltender Hitzeperioden auftreten – insbesondere bei älteren Menschen.
Systemische Entzündung und Belastung des Körpers
Im menschlichen Körper besteht immer ein gewisses Maß an entzündlicher Aktivität. Mit zunehmendem Alter kann dieser sogenannte entzündliche Grundzustand ansteigen.
Entzündungen sind grundsätzlich ein wichtiger Bestandteil der Immunantwort. Sie helfen dem Körper dabei, auf Infektionen, Verletzungen und andere Belastungen zu reagieren.
Im Laufe des Lebens kommen jedoch viele Einflussfaktoren zusammen: Infektionen, körperliche Verletzungen, psychischer Stress, Überlastung und unterschiedliche Umweltfaktoren.
Genau hier wurde dieser Sommer für mich besonders interessant.
Bei Menschen, die bereits einen erhöhten entzündlichen Grundzustand aufweisen, könnte eine länger anhaltende Hitze einen zusätzlichen Stressfaktor für den Organismus darstellen.
Welche Veränderungen ich beobachtet habe
Während der heißen Wochen habe ich bei verschiedenen Patienten – insbesondere bei älteren Menschen – wiederholt ähnliche Veränderungen beobachtet:
• ungewöhnlich oder dauerhaft erhöhter Blutdruck
• Schwäche und verminderte Leistungsfähigkeit
• Schlafstörungen
• Veränderungen des psychischen Wohlbefindens
• Verschlechterung bereits bestehender Beschwerden
• Auftreten neuer Symptome
Interessant war außerdem, dass gewohnte Medikamente oder bisher wirksame Maßnahmen in einzelnen Fällen scheinbar weniger effektiv waren als zuvor.
Kurze Kältereize als sensorischer Impuls
Bei einigen Patienten konnte ich beobachten, dass kurze und gezielte Kältereize an bestimmten Bereichen – insbesondere im Bereich des Kopfes und der Nase – Veränderungen der körperlichen Reaktion auslösen können.
Dabei geht es nicht um eine klassische „Behandlung mit Eis“.
Vielmehr verstehe ich einen solchen Kältereiz als sensorischen Impuls für das Nervensystem, dessen Wirkung anschließend beobachtet werden kann.
Besonders wichtig sind für mich dabei objektiv messbare Parameter wie Blutdruck und Pulsfrequenz.
Wichtiger Hinweis zur Anwendung von Kälte
Eis sollte nicht über längere Zeit direkt auf die Haut oder Kopfhaut gelegt werden.
Intensive oder lang anhaltende Kälte kann die Haut schädigen. Kältereize sollten daher kurz, kontrolliert und ohne direkten Kontakt von Eis mit der Haut erfolgen.
Das Lymphozyten-Monozyten-Verhältnis
Ein weiterer interessanter Parameter ist das sogenannte Lymphozyten-Monozyten-Verhältnis, kurz LMR.
Dieser Wert kann im Zusammenhang mit entzündlichen Vorgängen im Körper zusätzliche Hinweise liefern, stellt für sich allein jedoch keine Diagnose dar.
Aussagekräftiger ist es, Veränderungen im Verlauf gemeinsam mit anderen Blutwerten, Symptomen und dem klinischen Gesamtbild zu beurteilen.
Keine klassische Hitzeerkrankung
Eine wichtige Unterscheidung:
Ich spreche hier nicht von einem Hitzschlag oder Sonnenstich.
Dabei handelt es sich um akute medizinische Situationen mit anderen Mechanismen und Symptomen.
Meine Beobachtungen beziehen sich vielmehr auf die Frage, wie sich ungewöhnlich hohe Temperaturen über einen längeren Zeitraum auf die Regulationsmechanismen, das Nervensystem und möglicherweise auch auf entzündliche Prozesse im Körper auswirken können.
Wie lange halten solche Veränderungen an?
Wie lange solche Veränderungen nach dem Ende einer Hitzeperiode bestehen bleiben können, beobachte ich derzeit weiter.
Gerade dieser Punkt könnte in Zukunft noch interessante Zusammenhänge zeigen.
Mein Fazit
Die beschriebenen Erfahrungen stellen persönliche klinische Beobachtungen dar und ersetzen keine medizinische Diagnose oder wissenschaftliche Studie.
Dennoch finde ich die wiederkehrenden Veränderungen bei einer größeren Anzahl meiner Patienten bemerkenswert – insbesondere bei älteren Menschen.
Ich werde meine Beobachtungen weiterhin dokumentieren und neue Erkenntnisse gerne mit Ihnen teilen.

